Silbersteuer in Ungarn: Kauf und Verkauf im Überblick
Die Besteuerung von Silber in Ungarn lässt sich in zwei Fragen aufteilen: Was passiert beim Kauf, und was passiert, wenn Sie es irgendwann verkaufen? Dieser Artikel zeigt beides und worin sich die ungarischen Regeln für Silber von denen für Gold unterscheiden. Wichtig vorab: Dieser Artikel behandelt ausschließlich die aktuellen Regeln in Ungarn, ist eine informative Zusammenfassung und keine Steuerberatung. Leserinnen und Leser aus Deutschland oder Österreich sollten die für sie geltenden Regeln bei einer offiziellen Stelle oder einem Steuerberater vor Ort prüfen lassen, da sich diese erheblich unterscheiden können.
Beim Kauf: volle Mehrwertsteuer in Ungarn
Anlagesilber genießt in Ungarn, anders als Gold, keine Mehrwertsteuerbefreiung. Der volle, derzeit geltende Satz von 27 Prozent fließt in den beim Kauf gezahlten Preis ein. Das ist eine einmalige Belastung im Moment des Kaufs, die Privatpersonen später nicht zurückfordern können.
Beim Verkauf: eine ähnliche Regel wie bei Gold, in Ungarn
Hier sind viele überrascht: Für die beim Verkauf anfallende Einkommensteuer auf den Gewinn unterscheidet sich Silber nach der aktuellen ungarischen Regelung kaum von Gold. Das ungarische Steuerrecht ordnet beide Metalle der Kategorie „Einkommen aus der Übertragung beweglicher Vermögensgegenstände" zu, einer allgemeinen Regel, die für Gold, Silber und praktisch jeden anderen beweglichen Vermögensgegenstand gleichermaßen gilt.
Wie funktioniert das in der Praxis, in Ungarn?
Bleiben Ihre jährlichen Einnahmen aus dem Verkauf beweglicher Vermögensgegenstände (Silber eingeschlossen) unter 600.000 Forint, entsteht in der Regel keine Steuerpflicht. Übersteigen die Einnahmen diesen Betrag, der tatsächliche Gewinn (Verkaufspreis abzüglich Anschaffungswert) aber nicht 200.000 Forint, müssen Sie ebenfalls in der Regel nichts zahlen. Darüber hinaus kann der Gewinn einer Einkommensteuer von 15 Prozent unterliegen, wie in unserem Artikel zur Goldbesteuerung beschrieben; dieselben Regeln gelten derzeit auch für Silber. Die aktuellen Beträge sollten Sie bei einer offiziellen Stelle bestätigen lassen.
Warum ist die gezahlte Mehrwertsteuer für die spätere Steuerberechnung wichtig?
Beim späteren Verkauf wird zur Berechnung des Gewinns der vollständige, tatsächlich gezahlte Kaufpreis (also einschließlich Mehrwertsteuer) als Anschaffungswert herangezogen, nicht nur der reine Metallwert. Die beim Kauf gezahlte Mehrwertsteuer ist damit nicht vollständig verloren, denn sie kann den künftigen steuerpflichtigen Gewinn verringern, auch wenn sie nicht direkt zurückerstattet wird.
Das Gesamtbild im Überblick
Beim Kauf: Silber befindet sich in Ungarn wegen der vollen Mehrwertsteuerlast in einer schwierigeren Position als Gold.
Beim Verkauf: Silber und Gold werden nach der aktuellen ungarischen Regelung praktisch identisch behandelt, für beide gelten dieselben Grenzen von 600.000 und 200.000 Forint.
Das bedeutet, die steuerliche „Einstiegshürde" kann höher ausfallen, während die Belastung beim „Ausstieg" nicht zwingend schlechter ist als bei Gold. Die passende Entscheidung hängt immer von Ihrer persönlichen Situation und Ihren Zielen ab.
Warum ist die Dokumentation umso wichtiger?
Da der Anschaffungswert den steuerpflichtigen Gewinn direkt verringern kann, ist die Aufbewahrung des Kaufbelegs bei Silber mindestens so wichtig wie bei Gold. Ohne Dokumentation rechnet das ungarische Gesetz mit einem vermuteten, weniger günstigen Kostenanteil, was den steuerpflichtigen Gewinn bei einem künftigen Verkauf erheblich erhöhen kann.
Wie sieht es bei Erbschaft oder Schenkung aus?
In Ungarn gelten ähnliche Grundsätze wie bei Gold: Die erbschaft- und schenkungssteuerliche Behandlung sowie die Dokumentation des Anschaffungswerts sind für Silber genauso relevant, wie in unserem Artikel zu Erbschaft und Schenkung beschrieben. Im Einzelfall sollten Sie eine fachkundige Person hinzuziehen.
Lohnt sich deshalb eine langfristige Betrachtung?
Da die Mehrwertsteuer beim Kauf eine spürbare, einmalige Belastung darstellt, passt eine Silberanlage eher zu einem geduldigen, auf mehrere Jahre oder Jahrzehnte angelegten Ansatz. Das ist keine Garantie: Der Preis von Edelmetall kann schwanken, und kurzfristige Verluste sind möglich. Für kurzfristige, auf schnellen Gewinn ausgerichtete Überlegungen kann die hohe Eingangsbelastung weniger vorteilhaft sein.
Was gilt für Leser aus Deutschland und Österreich?
Die hier beschriebenen Regeln, die Mehrwertsteuer beim Kauf, die Freibeträge von 600.000 und 200.000 Forint sowie die Einkommensteuer von 15 Prozent, gelten ausschließlich für Ungarn und ungarische Steuerpflichtige. In Deutschland und Österreich bestehen eigene, davon abweichende Regeln zur Mehrwertsteuer auf Silber und zur Besteuerung von Veräußerungsgewinnen bei Edelmetallen. Klären Sie die für Sie geltenden Regeln unbedingt bei einer offiziellen Stelle oder einem Steuerberater vor Ort, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Häufige Fragen
Gelten für den Verkauf von Silber in Ungarn dieselben Steuerregeln wie für Gold? Ja, praktisch identisch: Für beide gelten dieselben Grenzen von 600.000 und 200.000 Forint. Das ist eine informative Angabe, keine Steuerberatung.
Warum müssen Sie in Ungarn beim Kauf Mehrwertsteuer zahlen, bei Gold aber nicht? Weil die EU-Regelung nur Gold in die mehrwertsteuerfreie Kategorie „Anlagegold" einordnet. Für Silber gilt in Ungarn der volle Satz.
Können Sie sich die beim Kauf gezahlte Mehrwertsteuer erstatten lassen? Als Privatperson in der Regel nicht, aber der vollständige Kaufpreis zählt beim künftigen Verkauf als Anschaffungswert und kann so den steuerpflichtigen Gewinn verringern.
Müssen Sie Steuern zahlen, wenn Sie Ihr Silber für einen kleineren Betrag verkaufen? Bleiben Ihre jährlichen Einnahmen unter 600.000 Forint oder der Gewinn unter 200.000 Forint, entsteht in der Regel keine Steuerpflicht. Die aktuellen Grenzen sollten Sie bei einer offiziellen Stelle bestätigen lassen.
Gelten diese Regeln auch für mich, wenn ich in Deutschland oder Österreich lebe? Nein, sie betreffen ausschließlich Ungarn. Prüfen Sie die für Sie geltenden Regeln bei einer offiziellen Stelle oder einem Steuerberater in Ihrem Wohnsitzland.
Fazit
Die Silberbesteuerung in Ungarn besteht aus zwei getrennten Teilen: der vollen Mehrwertsteuer beim Kauf, die Silber gegenüber Gold in eine schwierigere Position bringt, und der Einkommensteuer beim Verkauf, die praktisch identisch mit der für Gold behandelt wird. Eine sorgfältige Dokumentation ist in beiden Punkten wichtig, besonders aber für die spätere Steuerberechnung. Dieser Artikel ist eine informative Zusammenfassung der ungarischen Regeln, keine Steuerberatung. Leserinnen und Leser aus Deutschland und Österreich sollten die für sie geltenden Regeln bei einer offiziellen Stelle oder einem Steuerberater vor Ort prüfen lassen, und vor einer Entscheidung empfiehlt sich zusätzlich eine unabhängige fachliche Einschätzung.
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