Platin und Palladium kaufen

Platin und Palladium als Geldanlage

Neben Gold und Silber gibt es zwei weitere Edelmetalle, die aus Anlagesicht deutlich weniger bekannt sind: Platin und Palladium. Sie gehören zur Gruppe der sogenannten Platinmetalle und weisen eine andere Angebots- und Nachfragedynamik auf als die klassischen Edelmetalle. Dieser Artikel zeigt, was Sie wissen sollten, bevor Sie eine Anlage in Erwägung ziehen. Wichtig vorab: Der Preis beider Metalle kann erheblich schwanken, das ist keine Garantie für eine künftige Wertentwicklung.

Industrielles Katalysator-Bauteil und ein kleinerer Metallbarren in Nahaufnahme, in technischem Kontext

Wofür werden Platin und Palladium verwendet?

Beide Metalle werden vor allem industriell eingesetzt, den größten Anteil macht die Verwendung in Katalysatoren aus, also in Bauteilen, die die Schadstoffemissionen von Fahrzeugen reduzieren. Platin kommt dabei überwiegend in Katalysatoren von Dieselmotoren zum Einsatz, Palladium eher bei Benzinmotoren. Daneben spielen beide Metalle eine wichtige Rolle in der chemischen Katalyse, in der Schmuckherstellung und in bestimmten elektronischen Anwendungen.

Angebotsseite: noch konzentrierter als bei Gold

Die Förderung von Platin und Palladium ist auf noch weniger Länder konzentriert als die von Gold, vor allem auf Südafrika und Russland. Diese Konzentration bringt ein erhebliches geopolitisches Risiko mit sich: Ein Förderausfall, eine Exportbeschränkung oder ein politisches Ereignis in einem dieser Länder kann sich überproportional stark auf den weltweiten Preis auswirken, deutlich stärker, als das bei Gold der Fall ist.

Mehrwertsteuer: ein wichtiger Unterschied zu Gold

Anders als Anlagegold sind Platin und Palladium in der Europäischen Union nicht von der Mehrwertsteuer befreit. Das bedeutet, dass auf diese Metalle in der Regel der volle Mehrwertsteuersatz anfällt, ähnlich wie bei Silber, was die Wirtschaftlichkeit einer Anlage grundlegend beeinflusst und einen anderen Ansatz erfordert als bei Gold. Dies ist eine informative Angabe und keine Steuerberatung: Die geltenden Regeln sollten Sie bei einer offiziellen Stelle oder einem Steuerberater prüfen lassen.

Volatilität: einer der schwankungsanfälligsten Edelmetallmärkte

Der Palladiummarkt ist ausgesprochen klein und konzentriert, was zu sehr großen Kursausschlägen führen kann, mitunter innerhalb kurzer Zeit. Platin ist ein etwas größerer und etwas stabilerer Markt, historisch aber ebenfalls deutlich volatiler als Gold. Diese Art von Schwankung kann für Anleger mit höherer Risikobereitschaft interessant sein, passt aber nicht unbedingt zu allen, die vor allem eine berechenbarere Kursentwicklung suchen.

Ein wichtiges Zukunftsrisiko: die Verbreitung von Elektrofahrzeugen

Ein langfristiger Risikofaktor, den Sie im Blick behalten sollten: Da die Nachfrage nach Platin und Palladium zu einem erheblichen Teil an Katalysatoren klassischer Verbrennungsmotoren gebunden ist, kann die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen die industrielle Nachfrage langfristig verringern, da ein Elektroantrieb keinen Katalysator benötigt. Das ist ein strukturelles Risiko, das viele wenig berücksichtigen und das diesen Markt von Gold unterscheidet, dessen Nachfrage nicht von einem vergleichbaren technologischen Wandel abhängt. Das ist keine Garantie für eine bestimmte künftige Kursentwicklung, sondern lediglich ein Aspekt, den Sie berücksichtigen sollten.

Platin oder Palladium: gibt es eine Wahl zwischen beiden?

Historisch war Platin lange teurer als Gold, wurde in den vergangenen Jahren aber in mehreren Phasen günstiger, da die Dieselnachfrage zurückging. Palladium erlebte in Teilen der letzten Jahre wegen des knappen Angebots einen deutlichen Preisanstieg, gefolgt von einer erheblichen Korrektur. Bei beiden Metallen ist eher die Entwicklung von industrieller Nachfrage und Angebot entscheidend als das klassische Verhalten von Anlegern. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist bei keinem der beiden Metalle eine Garantie für die Zukunft.

Wie kann man kaufen: physische Form oder papierbasiertes Produkt?

Physisches Platin und Palladium in Form von Barren oder Münzen ist in deutlich geringerer Auswahl erhältlich als Gold oder Silber, weniger Händler bieten es an, und der Aufschlag liegt wegen der geringeren Nachfrage meist höher. Deshalb greifen viele eher zu papierbasierten Produkten, etwa ETFs oder thematischen Fonds, und nehmen dafür das Gegenparteirisiko in Kauf, im Austausch für eine größere Auswahl und meist geringere Transaktionskosten. Wer diese Metalle physisch halten möchte, sollte sich vorab informieren, welche seriösen Händler ein solches Produkt anbieten.

Für wen kann diese Anlageform infrage kommen?

Platin und Palladium können vor allem für Anleger interessant sein, die ihr Edelmetall-Portfolio um ein industriell geprägtes Element neben Gold und Silber ergänzen möchten und dabei die höhere Volatilität, die Mehrwertsteuer und das langfristige Nachfragerisiko aus dem technologischen Wandel akzeptieren. Die passende Gewichtung hängt immer von Ihrer persönlichen Situation, Ihren Zielen und Ihrer Risikobereitschaft ab. Es empfiehlt sich nicht, diese Metalle als primäres Element zu behandeln, sie können vielmehr eine mögliche Komponente der langfristigen Diversifikation sein.

Häufige Fragen

Warum sind Platin und Palladium nicht von der Mehrwertsteuer befreit, wenn Gold es ist? Die EU-Regelung ordnet ausschließlich Anlagegold der mehrwertsteuerbefreiten Kategorie zu, auf andere Edelmetalle fällt der volle Mehrwertsteuersatz an.

Warum schwankt der Palladiumpreis stärker als der Goldpreis? Weil sein Markt deutlich kleiner und konzentrierter ist: Bei weniger Marktteilnehmern und geringerem Handelsvolumen verstärken sich Kursausschläge.

Gefährdet die Verbreitung von Elektroautos die Nachfrage nach Platin und Palladium? Langfristig ja, da ihre wichtigste industrielle Verwendung an Katalysatoren klassischer Motoren gebunden ist. Das ist ein wichtiger Risikofaktor, den Sie berücksichtigen sollten, auch wenn das Ausmaß der künftigen Auswirkung nicht garantiert werden kann.

Sollte man statt Gold besser Platin oder Palladium wählen? Man sollte sie nicht als Ersatz betrachten, sondern eher als bewusst gewählte, kleiner gewichtete Ergänzung mit höherem Risiko neben einem bereits bestehenden Gold- und Silberbestand. Die Entscheidung hängt immer von Ihrer persönlichen Situation ab.

Fazit

Platin und Palladium bieten eine eigenständige, industriell geprägte Anlagemöglichkeit mit einer anderen Dynamik als Gold oder Silber. Wegen des konzentrierten Angebots, der höheren Volatilität, der Mehrwertsteuer und des langfristigen Nachfragerisikos durch Elektrofahrzeuge sollten Sie sie eher als kleiner gewichtetes Diversifikationselement betrachten denn als primäres Anlageinstrument. Kurzfristig sind auch Verluste möglich, daher lohnt sich vor einer Entscheidung eine unabhängige fachliche Einschätzung.

Golden Broker Brothers tritt als Vertriebspartner (Vermittler) neben einem europäischen Edelmetallanbieter auf; wir sind nicht der Emittent der Produkte. Dieser Artikel ist eine allgemeine, edukative Information und keine personalisierte Anlageberatung. Der Preis von Edelmetall kann schwanken, die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft.
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